Der Sternhimmel im März


Der Komet PANSTARRS wird ab dem 10. März hell am Himmel zu sehen sein


Dr. Cecilia Scorza

Haus der Astronomie und

ZAH, Universität Heidelberg


1. Himmelsüberblick

Ein Blick zum Abendhimmel zeigt, dass der Winter zu Ende geht. Zwar ist der winterliche Himmelsjäger Orion mit seinem großen und kleinen Jagdhund kurz nach Einbruch der Nacht immer noch sichtbar, aber alle funkeln tiefer im Südwesten. Das Sternbild Stier steht im Westen mit seinem roten Auge, dem Hauptstern Aldebaran. Der Löwe, das dominierende Frühlingssternbild, ist hoch am Himmel mit seinem hellsten Stern Regulus ("Kleiner König") zu sehen. Dieser Stern erscheint uns, mit einer Temperatur von 13 400 K, rein weiß. Er ist 85 Lichtjahre von uns entfernt (1 Lichtjahr beträgt 10 Billionen km!), erheblich heißer und auch viermal größer als unsere Sonne. Regulus ist einer der drei Sterne des Frühlingsdreiecks. Der zweite Stern dieses Dreiecks ist Arkturus im Bootes, und der dritte ist Spica in der Jungfrau. Hat man das Dreieck einmal ausgemacht, so findet man sich relativ schnell am Frühlingshimmel zurecht!



2. Sonne, Mond und Planeten

Neumond ist am 11.3, Vollmond am 27.3. Merkur erreicht am 31. März seine größte westliche Elongation zur Sonne und wird deshalb morgens sichtbar. Venus befindet sich zu nah an der Sonne und bleibt deshalb verborgen. Ebenfalls befindet sich der rote Planet Mars (im Sternbild Fische) zu nah an der Sonne. Jupiter steht immer noch nahe bei den Hyaden im Sternbild Stier und ist nicht zu übersehen. Saturn im Sternbild Waage ist Anfang des Monates ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Uranus steht unbeobachtbar nahe an der Sonne. Neptun steht –wie Merkur- im Wassermann ist aber schwer zu beobachten.



3. Der Komet PANSTARRS


CometPANSTARRS_by_T.Lovejoy-Australia_HR.jpeg

Am 10. März ist es so weit: Der Komet PANSTARRS (C/2011 L4) durchläuft sein Perihel, das heißt, der Punkt seiner Bahn, an der er sich am nächsten an der Sonne befindet. Entsprechend dieses kurzen Abstandes zur Sonne, ist seine Geschwindigkeit maximal. Bei guten atmosphärischen Sichtbarkeitsverhältnissen wird PANSTARRS bereits am 20. März eine halbe Stunden nach Sonnenuntergang leicht über dem westlichen Horizont zu sehen sein.

Kometen gehören zu den kleinen, aber dafür zahlreichen Objekten unseres Sonnensystems. Im Gegensatz zu den Asteroiden, die massive Felsbrocken oder lockere Ansammlungen von Gesteinsschutt sind, bestehen Kometen überwiegend aus schmutzigem Eis. Wenn Kometen sich der Sonne nähern, erwärmen sie sich und die gefrorenen Gase sublimieren (d.h., ihr Wasser geht direkt vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand). Dann bildet sich um den wenigen Kilometer großen Kometenkern eine bis zu 100000 km große Wolke aus Gas und Staubteilchen: Die Koma. Durch den Sonnenwind werden dann die Gas- und Staubteilchen aus der Koma in die Gegenrichtung der Sonne herausgepustet und es bildet sich der wunderschöne Kometenschweif. Dieser kann eine Länge von bis zu 100 Millionen Kilometern erreichen! Aus dem kleinen schmutzigen Schneeball ist ein grandioses Himmelsspektakel geworden.

Entstanden sind die Kometen zusammen mit dem gesamten Sonnensystem. Weil ihr Entstehungsort sich weit weg von der Sonne befindet, waren sie nicht wie die Planeten und Monden durch unzählige Asteroidenkollisionen starken Veränderungen ausgesetzt. Sie bewahren deshalb in ihrem schmutzigen Eis das Urmaterial des Sonnensystems. Seit ihrer Entstehung, vermutet man, umkreisen wahrscheinlich Milliarden von ihnen die Sonne in mehr als einem halben Lichtjahr Entfernung in der sogenannte Oortschen Wolke. Bewiesen ist aber nur bisher die Existenz des Kuiper-Gürtels, der ebenfalls aus Kometen besteht! Der Komet PANSTARRS/T.Lovejoy



Info.

Das Haus der Astronomie (HdA) auf dem Königstuhl will die Faszination der Astronomie in die breite Öffentlichkeit und in die Schulen tragen, den Austausch der Wissenschaftler untereinander fördern, und den Medien und der Allgemeinheit astronomische Erkenntnisse möglichst verständlich zugänglich machen. Das HdA bietet Schülerworkshops zu verschiedenen Themen an. Nähere Angaben finden Sie unter www.haus-der-astronomie.de


AstroCamps: Die Astronomieschule e.V. bietet in Zusammenarbeit mit dem HdA und der Landessternwarte AstroCamps für Schulklassen an. Astrocamps bieten Schüler und Lehrer die Möglichkeit, eine ganze Nacht an der Sternwarte zu verbringen – bei geeignetem Wetter mit nächtlichen Beobachtungen mit bloßem Auge, mit Ferngläsern und mit Teleskopen und mit Übernachtungen unterm Sternenhimmel. Kontakt unter www.astronomieschule.de